Geschäftsbericht

2014

Gebäudesicherheit

Die Division Gebäudesicherheit besteht aus den beiden Business Units Forster Profilsysteme und Spezialtüren. Forster Profilsysteme in Stahl und Edelstahl werden für verglaste Türen, Fenster und Fassaden eingesetzt. Im Bereich von Sicherheitslösungen, wie Brand- und Rauchschutz sowie Einbruch- und Durchschusshemmung, nimmt das Unternehmen eine weltweit führende Stellung ein.

Marktentwicklung

Die Division war im Geschäftsjahr 2014 mit einem herausfordernden Marktumfeld konfrontiert. Dennoch konnte der Umsatz mit CHF 149.9 Mio. gegenüber Vorjahr um 2.5% bzw. währungsbereinigt um 2.7% gesteigert werden. Das EBIT der Division verringerte sich vor allem aufgrund des stark gestiegenen Wettbewerbsdrucks zum Vorjahr von CHF 13.8 Mio. auf CHF 9.2 Mio.

Im Fokus stehen bei der Business Unit Forster Profilsysteme die wichtigsten Absatzmärkte Schweiz, Deutschland und Frankreich, gefolgt von den weiteren west- und osteuropäischen Märkten sowie den Aufbaumärkten Russland, Middle East und China. Die Business Unit Forster blickt auf ein verhalten positives Jahr zurück. Im Fokus stand der Einstieg in den Direktvertrieb in Deutschland.

Die Tür-, Fenster- und Fassadenelemente aus Forster Stahlprofilen kommen in erster Linie im Nichtwohnbau zum Einsatz. Die Entwicklung in diesem Segment ist im Berichtsjahr stark abgeflacht. Zahlreiche, grössere Bauvorhaben haben sich verzögert. Vielfach ist dies auf den Sparkurs vieler Länder zurückzuführen. Trotz stark wachsendem Wettbewerbsdruck konnte Forster seinen Marktanteil in nahezu allen Märkten behaupten und teilweise sogar ausbauen. Nach wie vor stellt der starke Schweizer Franken für die ausschliesslich in der Schweiz produzierende Business Unit Forster Profilsysteme eine grosse Herausforderung dar. Dem daraus resultierenden Wettbewerbsnachteil gegenüber EU-Produzenten wird mit innovativen Systemlösungen, einer effizienteren Produktion und einem hohen Kostenbewusstsein der gesamten Belegschaft entgegengetreten.

In der Schweiz, dem wichtigsten Markt, konnte dank der immer noch hohen Bautätigkeit ein gutes Resultat erzielt werden. Das Vorjahresniveau konnte erwartungsgemäss nicht erreicht werden, da mehrere Grossprojekte 2013 zu einem Rekordjahr machten. Forster Profilsysteme konnte im Berichtsjahr den Vertrieb in Süddeutschland und im Rhein-Main-Gebiet von den ehemaligen Distributionspartnern übernehmen und ist nun direkt am Markt tätig. Der direkte Kundenkontakt wird Forster Profilsysteme den Schwung verleihen, trotz der rückläufigen Bautätigkeit im Nichtwohnbau, nachhaltiges Wachstum im Markt Deutschland zu generieren.

Glanzvolle Sicherheit

Den ganz mit Glas elegant verkleideten Türen im neuen Gebäudekomplex Westlink beim Bahnhof Zürich Altstetten sind ihre Sicherheitsaspekte nicht anzusehen. Dabei handelt es sich um Elemente mit dem System Forster fuego light in der Brandschutzklasse EI30.

In Frankreich, das knapp an einer Rezession vorbei ging, zeigte sich auch der Markt für Metallbauprodukte leicht rückläufig. Die sich in Planung befindenden Objekte geben Zuversicht, im kommenden Jahr wieder leicht wachsen zu können.

Von den weiteren europäischen Märkten erfüllten nur wenige die gesteckten Ziele. Vor allem in Südeuropa drückte sich die wirtschaftliche Lage in tieferen Umsatzzahlen aus, obwohl Spanien die Erwartungen leicht übertraf und langsam wieder Fuss zu fassen scheint. Positiv zu vermerken ist die Entwicklung in den Niederlanden und in Belgien, wo die anspruchsvollen Ziele erreicht wurden. Deutlich unter den Erwartungen zeigten sich die Aufbaumärkte Russland, Middle East und China.

Der russische Markt war gekennzeichnet durch den schwachen Rubel und die Krisensituation in der Ukraine. Dementsprechend resultierte hier ein empfindlicher Rückschlag gegenüber den ursprünglichen Zielen. In Middle East lag der Umsatz zwar hinter den Erwartungen, doch konnten zwei Grossobjekte gebucht werden, die sich in den nächsten beiden Jahren positiv auf die Umsätze auswirken werden. In Asien, speziell in China, schreitet der Marktaufbau nur langsam voran, da Profilsysteme aus Stahl dort noch wenig gebräuchlich sind und auch nur wenige qualifizierte Verarbeiter zur Verfügung stehen.

Generell ist festzustellen, dass 2014 wenig Projekte vorhanden waren und viele davon vorhandene Projekte infolge von Bauverzögerungen nicht abgeschlossen werden konnten. In Anbetracht all dieser Faktoren darf das Ergebnis der Business Unit Forster Profilsysteme als zufriedenstellend beurteilt werden. Dank zahlreicher sich in der Planungsphase befindenden Objekte und der höheren Wertschöpfung durch den Direktvertrieb in Deutschland und in Österreich können die Aussichten für die kommenden Jahre positiv gewertet werden.

Für die Business Unit Spezialtüren war das vergangene Jahr geprägt von der Inbetriebnahme zweier neuen Grossanlagen. Im Rahmen der relativ stabilen Entwicklung der Schweizer Bauwirtschaft, in der die Business Unit hauptsächlich tätig ist, konnte sie sich behaupten und den Marktanteil leicht ausbauen. Aufgrund der Zurückhaltung der Bautätigkeit von Projekten im öffentlichen Bau und im Geschäftsbau ergab sich eine Segmentverschiebung hin zum einfacheren Wohnungsbau. In diesem Segment besteht nach wie vor ein starker Margendruck, dem wir auch zukünftig begegnen werden. Generell hat sich der verstärkte Wettbewerb negativ auf die Margen aller Produktbereiche ausgewirkt.

Die lancierte Kooperation mit Gilgen Door Systems im Bereich der elektrischen Tür- und Torantriebe trägt erste Früchte und die Business Unit Spezialtüren geht von einem stabilen Wachstum in diesem Bereich aus, auch im internationalen Umfeld.

Mit einem im Juli abgeschlossenen Dreijahresvertrag mit dem chinesischen Unternehmen Nature Doors konnte die Business Unit Spezialtüren erstmals im asiatischen Raum Fuss fassen. Dies ausschliesslich aufgrund der Entwicklung von umweltfreundlichen Türen mit dem Label natureplus, die bis heute noch weltweit einzigartig sind.

In Anbetracht dieser Faktoren geht die Business Unit Spezialtüren von einer optimistischen Weiterentwicklung aus, obwohl der zunehmende Wettbewerbsdruck und das gesamtwirtschaftliche Umfeld nicht einfacher werden.

Produkte, Technologie und Innovation

Die Division Gebäudesicherheit lancierte im Berichtsjahr wiederum mehrere Produktneuheiten. Im Bereich wärmegedämmter Fenster konnte eine Systemerweiterung mit einzigartig schlanken Profilen vorgestellt werden, die sich hervorragend für die Sanierung von Altbauten eignet. Eine neue Generation von Brandschutz-Schiebetüren mit und ohne Fluchtwegfunktion reduziert die Verarbeitungszeiten erheblich und ist vor allem im Schweizer Markt sehr gefragt. Die neue Stahl / Holz-Brandschutztür, ein Resultat aus der Zusammenarbeit der beiden Business Units der Division Gebäudesicherheit, kam erstmals bei einem grösseren Objekt zum Einsatz und stellt mit der Kombination der beiden auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Materialien eine absolute Neuheit dar.

Altehrwürdig neu

Bei der Sanierung des im Jahr 1853 erbauten Lingnerschlosses in Dresden (D) wurde das Profilsystem Forster unico für die Türen und Fenster eingesetzt. Dank ihrer schlanken Ansichten fügen sich die Elemente ideal in die Gemäuer des ehemaligen Wohnsitzes von Baron von Stockhausen ein.

Die Qualität der Produkte und die umfassende Unterstützung mit technischem Support, Verarbeitungsseminaren, umfangreichen Dokumentationen und Hilfsmitteln werden sehr geschätzt. Untermauert werden diese Aussagen durch eine in den wichtigsten Märkten durchgeführte Kundenzufriedenheitsanalyse und zeigen sich eindrücklich in der langjährigen Kundentreue.

Bei den Brandschutzprofilen wurde auf einen neuen Oberflächenschutz umgestellt. Gegenüber der bisherigen GV / GC-Beschichtung (galvanisch verzinkt und gelbchromatiert) schützt die neue Zink-Magnesium-Oberfläche noch besser vor Korrosion und bietet zudem in ökologischer Hinsicht klare Vorteile, nicht zuletzt auch dank der geringeren Schichtdicke.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Forster Präzisionsstahlrohre im August 2013 waren zahlreiche Umstellungen in der Produktion und in der Logistik notwendig. Das dazu initiierte Projekt beinhaltete eine Vielzahl von Einzelmassnahmen und konnte im Berichtsjahr weitgehend umgesetzt werden. Durch die Umplatzierung einzelner Produktionsbereiche, Anpassungen in der Infrastruktur und im Lager ergeben sich optimierte Material- und Warenflüsse, die sich positiv auf die Produktivität auswirken.

RWD Schlatter ist mit seinen Brandschutztüren bis anhin bereits führend im Schweizer Markt. Neu ist jede Brandschutztür zusätzlich auch rauchschutzgeprüft. Dies ergibt einen wesentlichen Mehrwert und zusätzlich Sicherheit für die Kunden. Gilt es doch zu bedenken, dass nach wie vor die meisten Menschen in einem Brandfall aufgrund der Rauchentwicklung ersticken.

Mit dem neuen Produkt, der sogenannten Verbundlüftertür, beschreitet die Business Unit Spezialtüren einen neuen Weg und dringt in die Klimatisierung von Räumen vor. Gerade im Renovationsbereich, in dem die gegebenen Raumhöhen keine Luftverteilung über Kanäle zulassen, kann mit dieser Tür der Luftaustausch im Gebäude sichergestellt werden. Zusätzlich entwickelte RWD Schlatter dabei die Wireless-Powertechnologie, womit sich der aufwendige Einbau von Kabelkanälen in Zukunft erübrigt. Ein erstes Objekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

Ausblick

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2015 werden sich weiter verschärfen. Die drastisch veränderte Währungssituation, die sich im Nichtwohnbau abkühlende Baukonjunktur und ein verstärkter Wettbewerb in Zentraleuropa stellen die Business Unit Forster Profilsysteme vor grosse Herausforderungen. Der Einstieg in den Direktvertrieb in Deutschland, die laufenden Projekte und die zur Marktreife gelangenden Innovationen werden 2015 trotz des schwierigen Umfelds zu einem Umsatzwachstum der Business Unit Forster Profilsysteme führen.

Die Business Unit Spezialtüren geht von einer zunehmenden Verschärfung des Wettbewerbsdrucks und des gesamtwirtschaftlichen Umfelds aus. Sie erwartet dennoch ein leichtes Umsatzwachstum, da die Voraussetzungen, mit den neuen Anlagen und den Prozessoptimierungen, bereits geschaffen wurden. Dazu gehört eine wesentliche Vereinfachung des Projektleitungsprozesses.